Gott im Garten

Es ist ein lauer Abend im Juli. Der Tag war heiß und drückend, aber jetzt ist es wunderbar, auf der Terrasse zu sitzen und ein Glas Wein zu genießen. Wir sind bei Freunden, haben zusammen gegessen. Jetzt spielen die Kinder, während die Erwachsenen den Tag in Ruhe ausklingen lassen. Es wird spät heute, auch für die Kinder. Aber ab und zu darf das sein. Die Stimmung ist besonders heute Abend. Die Dämmerung bricht herein, der Duft des Sommers, des nahen Waldes und das Zirpen der Grillen liegen in der Luft. Die ersten Fledermäuse machen sich auf die Jagd nach Insekten. Und dann gehen wir alle zusammen auf die Suche nach Glühwürmchen, die hier und da in den Büschen ihre Lichter anknipsen. Die Kinder sind mucksmäuschenstill und voller Spannung an den Händen der Erwachsenen durch den Garten unterwegs. Ihre Augen scheinen im Dunkeln zu leuchten, die Spannung ist förmlich spürbar. Wer entdeckt ein Glühwürmchen? Wer sieht die Fledermäuse durch die Luft huschen. Jeden Winkel des Gartens suchen wir gemeinsam ab. Und ich komme ins Staunen, einmal mehr. Über Gottes großartige Schöpfung, die so vielfältig und immer wieder so wunderschön ist. Der Farbverlauf des Himmels, das Funkeln der Sterne, das Piepsen der Mäuse im Gebüsch, das Leuchten der kleinen Insekten, die auf der Suche nach Ihresgleichen sind. Und über diese begeisterungsfähigen, neugierigen kleinen und großen Menschen, die Gott mir an die Seite gestellt hat. Die mich lehren, die Welt neu zu sehen. Die einen Luftsprung machen, weil sie am Himmel ein Flugzeug blinken sehen.

An diesem Abend war Gott mit uns im Garten unterwegs. Und er hat mich neu dankbar gemacht für das Geschenk des Lebens.

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